9
Sep
2013

Warum auf Konsum verzichten

Eine Frage, die sich manchem sicher stellt und die sich in schwachen Momenten auch in meinen Geist schleicht, ist die nach dem Warum?...

Warum sollte ich auf DIESE coole Jeans verzichten, zumal sie gerade ganze zwanzig Prozent preiswerter zu haben ist? Immer wieder locken Sonderangebote, Dinge, die ich gerade zu brauchen meine und Bücher, die ich UNBEDINGT lesen möchte! Erst bei näherem Nachdenken fällt mir ein, dass sich zwar meine Lieblingsjeans gerade auflöst, aber in meinem Kleiderschrank noch drei andere liegen und der Wunsch, zwei Kilo abzunehmen viel stärker ist als der, eine neue Jeans zu ergatter. Nur ist Kaufen eben bequemer als die Ernährungsumstellung durchzuhalten. Genau das ist es oft, was mich zum Kaufen animiert! Das Überlagern der eigentlichen Wünsche und Bedürfnisse. Ich sehne mich danach, mehr Zeit zum Lesen zu haben und endlich mal all die Bücher in die Hand zu nehmen, die unangetastet in meinem Regal liegen. Anstatt meinen Tagesablauf so zu ändern, dass ich wenigsten eine halbe Stunde zum Lesen finde, kaufe ich neue Bücher oder bestelle Zeitungen. Toll sind auch Probeabos. Sie geben mir das Gefühl, endlich Zeit zum Zeitunglesen zu haben. Verpasse ich, sie abzubestellen, stapeln sich dann die ungelesenen Zeitungen in meiner Wohnung und ermahnen mich nun täglich, weniger Geld für Dinge auszugeben, für die ich ohnehin keine Zeit oder keine Verwendung habe. Das schlechte Gewissen wiederum will überlagert werden und die Spirale setzt sich fort...


624306_web_R_K_B_by_Marc-Tollas_pixelio-de
Seitdem ich begonnen habe, den "(M)Kaufzeiger" zu stoppen, finde ich plötzlich Hosen in meinem Schrank, die acht Jahre alt sind, super passen und auch noch schick aussehen. Ich lese Bücher, die ich in irgendeinem staubigen Antiquariat vor Jahren mit viel Begeisterung ergattern konnte und tatsächlich mache ich, nach langen Überlegungen, ob es nicht suuuper wäre, eine Kugelhantel im Haus zu haben, endlich wieder täglich Liegestütze. Bin gespannt, ob mir in ein paar Wochen dann doch noch die Jeans passen, die in die hinterste Ecke des Kleiderschrankes verbannt wurden...

Bildquelle: Marc Tollas / pixelio.de

28
Aug
2013

Weihnachtskalender zum Befüllen

Im August schon an Weihnachtskalender denken? Ja! Denn jedes Jahr fällt mir am zweiten Dezember ein, dass mein Kind keinen Weihnachtskalender hat. Dann wird schnell noch einer gekauft oder zusammengebastelt. Befüllt wird er dann meistens doch mit Süßigkeiten, was ich eigentlich vermeiden möchte. Daher habe ich mich in diesem Jahr in der Hoffnung auf günstige Modelle vor Saisonstart frühzeitig auf die Suche nach Weihnachtskalendern zum Befüllen gemacht. Die Idee dabei war, frühzeitig beobachten zu können, was meinem Sohnemann gefällt und sich als Überraschung für den Weihnachtskalender eignet. Was ich gesehen habe, hat mich total enttäuscht. Es gibt entweder die typischen Schoko-Kalender oder riesige Playmobil-Ausführungen. Die Kalender, die es zum Befüllen gibt, sind zum Teil zum Selberbasteln, kosten aber ein Vielfaches von dem, was das Material insgesamt kosten würde. So ein Quatsch, dachte ich mir! Dieses Jahr wird alles anders. Nun suche ich nach tollen Ideen für einen selbst gebastelten Weihnachtskalender, in den auch mal Päckchen unterschiedlicher Größe passen und der kindgerecht und leicht zu basteln ist. Das Ergebnis und meine Fortschritte dabei seht ihr dann hier!

25
Aug
2013

Schnitten zum Mitnehmen

Das gute, alte Pausenbrot. Ich kann mich nicht erinnern, je so richtig Lust darauf gehabt zu haben. Wohl aber auf die tollen Essensrationen, die bei Wandertagen in meinem Rucksack wanderten.

383411_web_R_K_by_siepmannH_pixelio-de
Bildquelle: siepmannH / pixelio.de
Immer wieder haben wir uns in letzter Zeit erwischt, den Ausflug zu einem Schloss, den Besuch im Zoo oder den Strandtag mit dem Kauf ungesunder Snacks zu verbinden. Eine Tüte Pommes hier, ein kleines Eis da. Wahrscheinlich normal, aber nicht gerade förderlich für das Portemonnaie, geschweige denn für die Gesundheit. Daher bleibt bei uns seit etwa einer Woche grundsätzlich die Geldbörse zuhause. Sie wird beim Ausflug in den Zoo durch geschnipselte Möhren, Gurkenscheiben, Äpfel und leckere Brote ersetzt. Am Ende ist für jeden etwas dabei und das gemeinsame Abendbrot daheim genießen dann auch alle. Ein positiver Nebeneffekt: irgendwie schaffen wir es nun doch öfter, gemeinsam am Tisch zu sitzen und von den Geschehnissen des Tages zu berichten! Anscheinend sorgt Konsumverzicht doch für mehr freie Zeit...

24
Aug
2013

SuperSonderAngebote

657919_web_R_K_by_Tony-Hegewald_pixelio-de

Bildquelle: Tony Hegewald / pixelio.de

Supersonderangebote. Jeder Supermarkt hat sie. Wäschekörbe, Putzmittel, Schreibwaren, Klamotten, Bastelbedarf, Schuhe, Spielzeug und mehr zu sagenhaft günstigen Preisen. Wirklich?
Sie lassen den Preis des Wocheneinkaufes in die Höhe schnellen, sind ab und zu zwar tatsächlich brauchbar, mitunter guter Qualität, ob sie aber wirklich so günstig sind, wie man uns weis machen möchte, ist fraglich. Da sie Teil des Wocheneinkaufs sind, landen sie schnell im Einkaufswagen und die Frage, wie dringend die Wunschobjekte benötigt werden, kann beruhigt im Raum stehen gelassen werden. Doch was hilft gegen das schnelle Einpacken? Und gegen das Gefühl, etwas Brauchbares zu sagenhaft günstigem Preis gefunden zu haben?

Eine Idee ist ein Wunschzettel. Auf ihn kann alles geschrieben werden, was an Kleidung, Haushaltswaren, Bastelbedarf oder Spielzeug demnächst benötigt wird oder was man sich wünscht. Zwischen dem Notieren des Wunsches und dem Kauf sollte man dann einen Monat verstreichen lassen. In dieser Zeit kann man Angebote und Preise vergleichen und sich über die Qualität der unterschiedlichen Waren informieren. Besteht der Wunsch nach einem Monat oder gar längerer Zeit noch immer, kann er erfüllt werden. Viele von den Wünschen werden sich von ganz allein erledigen oder schon durch das gründliche Recherchieren durch andere ersetzt werden. Und taucht einer der Artikel, die auf dem Wunschzettel stehen, zu gutem Preis als SuperSonderAngebot auf, kann man guten Gewissens zugreifen, ohne hinterher das Haus mit lauter Krimskrams voll zu haben.

Einen ähnlichen Zweck erfüllen im Übrigen die Wunschzettel bei Online-Shops. Bevor man etwas kauft, kann man die gewünschten Artikel einfach auf einen Wunschzettel verschieben. Sollte man die Dinge dann nach ein paar Wochen immer noch toll finden, können sie, im günstigsten Fall sogar preisgesenkt, in den Einkaufskorb wandern.

21
Aug
2013

Newsletter

Mein erster Konsumverzicht-Tag ist um und war schonmal erfolgreich. Spannend ist für mich im Moment vor allem das Beobachten. Welche Situationen sind es, die uns zum Kaufen von allerlei Krempel verleiten? Schon in der Apotheke lädt inzwischen eine riesige Bonbontheke mit vermeintlich gesunden "Halspastillen" zum Kauf ein. Wenn man, wie ich gestern, geschlagene 20 Minuten mit quängelndem Kleinkind davorsteht, ist es schwer, da nicht einfach zuzugreifen. Standhaft bleiben war letztlich aber leichter, als gedacht.

Ein leidiges Thema sind Newsletter. Sie informieren praktischerweise über genau DIE Produkte, die wir gerade UUUNbedingt brauchen. Am besten noch kombiniert mit Rabataktionen oder dem Angebot, die Versandkosten zu übernehmen. Natürlich nur bei Kauf bis zum soundsovielten Tag des Monats. Viel zu schnell ist der Mausfinger dann auf der Taste und bestellt bereits im Hochsommer die im Herbst ganz sicher benötigte Regenjacke. Daher heißt es bei mir jetzt - Finger weg vom Internetkauf und ab auf den Flohmarkt und in die Bibliothek!

19
Aug
2013

Judith Levine und ihr Konsumverzicht

Judith Levine hat es getan. Im Jahr 2007 begann die New Yorkerin, auf überflüssigen Konsum zu verzichten. Was banal erscheinen mag ist, gerade in der bald kommenden Vorweihnachtszeit, für viele unmöglich geworden - auf den Kauf eigentlich überflüssiger Güter zu verzichten und Wünsche aufzuschieben. Noch schwerer wird es, wenn es um die Wünsche der Kinder geht. Viel zu schnell werden auch sie von bunten Verpackungen in den Bann gezogen und zum Kaufen verführt. Je mehr die kleinen Augen leuchten, umso schwerer fällt es den Eltern, "nein" zu sagen. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die in den Einkaufskorb wandern. Am Ende eines Monats sind es aber genau diese Kleinigkeiten, die vielleicht fehlen oder zumindest ein schlechtes Gewissen verursachen. Zudem tragen sie dazu bei, dass wir die großen Wünsche, die der ganzen Familie gut tun würden, nicht erfüllen können. Für den Urlaub fehlt dann nicht nur die Zeit, sondern auch das Geld. Der Eintrittspreis für das Museum oder den Zoo erscheint bombastisch und der Obstkauf auf dem Wochenmarkt oder gar im Bioladen ist sowieso viel zu teuer.


Quelle: Peter Keller /pixelio.de
<br />

<br />
Neue Schuhe sind erstmal tabu.

Bildquelle: Peter Keller / pixelio.de

Mir selbst geht es nicht anders. Ich werde vor allem bei Büchern und bei Spielzeug schwach. Bei anderen mögen es Schuhe oder Taschen sein. Ich entschuldige mich dann oft damit, als Kind vieles nicht bekommen zu haben und es meinem Sohn nun ermöglichen zu wollen. Der jedoch freut sich über ein Ballspiel im Park ebenso wie über eine neue Spielfigur. Nur, dass ersteres nicht nur gemeinsame Zeit, sondern auch noch frische Luft und Bewegung beinhaltet. Die Käufe verursachen bei mir spätestens am Ende des Monats ein schlechtes Gewissen, selbst wenn das Geld dafür da ist. Es hätte angespart und für Sinnvolleres genutzt werden können.

Nun ist für mich der Tag gekommen, mich den zahlreichen Konsumverzicht-Projekten, die es bereits geben mag, anzuschließen. Ich werde nicht so weit gehen, wie manch anderer. Lebensmittel und Dinge, die für Gesundheit und Hygiene unverzichtbar sind, werde ich kaufen. Bücher auch. Außerdem werde ich Sachen, die kaputt gehen, ersetzen. Ich werde aber nichts kaufen, was ich nicht zur absoluten Lebens- und Gesunderhaltung benötige. Keine Klamotten, keine Schuhe, keine Filme, keine Schokolade, keine neuen Kosmetikartikel usw. Ich bin gespannt, welche Wünsche in den nächsten Tagen so auftauchen und werde berichten, wie es mir gelungen ist, sie zu vertreiben. Ansonsten werde ich versuchen, so viel wie möglich selbst zu machen. Begonnen hat das ganze übrigens mit einer selbstgenähten Kinderhose.
logo

Konsumverzicht

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Warum auf Konsum verzichten
Eine Frage, die sich manchem sicher stellt und die...
insula_fantastica - 9. Sep, 08:58
Weihnachtskalender zum...
Im August schon an Weihnachtskalender denken? Ja! Denn...
insula_fantastica - 28. Aug, 10:38
Schnitten zum Mitnehmen
Das gute, alte Pausenbrot. Ich kann mich nicht erinnern,...
insula_fantastica - 25. Aug, 14:28
SuperSonderAngebote
Bildquelle: Tony Hegewald / pixelio.de Supersonderang ebote....
insula_fantastica - 24. Aug, 13:42
Newsletter
Mein erster Konsumverzicht-Tag ist um und war schonmal...
insula_fantastica - 21. Aug, 07:35

Links

Suche

 

Status

Online seit 4545 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 9. Sep, 09:00

Credits


Profil
Abmelden
Weblog abonnieren